Kooperationen des Fachbereichs

Der Fachbereich Bauingenieurwesen orientiert sich weitgehend an den Bedürfnissen der Region. Folglich liegt der Schwerpunkt der Kooperationen ebenfalls in der Region Brandenburg - Berlin.

Verbände und Kammern

Hier ist zunächst die Brandenburgische Ingenieurkammer (BBIK) zu nennen, zu der seit Jahren gute Verbindungen bestehen, mit der der Fachbereich im Rahmen von Aus- und Weiterbildungsveranstaltungen kooperiert. Die Fachsektionen "Sachverständige", "Hochbau", "Konstruktiver Ingenieurbau" veranstalten ihre Sitzungen am Fachbereich, wobei die Teilnahme für Hochschulangehörige kostenlos ist. Vortragende der Kammer halten Seminare an der FH Potsdam ab und umgekehrt. Im Rahmen des neuen Akkreditierungsverbundes der Bauindustrie ist ein Hochschullehrer der Vertreter der BBIK, der die Anforderungen der Praxis an Master- und Bachelor- Ausbildungen aus BBIK-Sicht formuliert und vertritt. HochschullehrerInnen treten als Jury-Mitglieder für BBIK-Wettbewerbe auf. Eine Reihe von Studierenden der Fachbereiche Bauingenieurwesen und Architektur ist Mitglied im BDB - Bund Deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure. Der Sprecher dieses größten deutschen Berufsverbands der Bauingenieure und Architekten für das Landesfachreferat Hochschule ist Mitglied des Fachbereiches wie auch der Vorsitzende der Jury zum Holzbaupreis 2002.
Ferner gibt es eine engere Verbindung zum Hauptverband der Bauindustrie, der sich einerseits zentral auf Bundesebene über den Akkreditierungsverbund, andererseits lokal über den Brandenburgischen Verband verstärkt mit dem Thema der Ausund Weiterbildung auseinandersetzen will und einen Gesprächskreis der Dekane initiiert hat. Auf dem Gebiet des Betonbaus gibt es eine ähnliche Initiative auf Anregung der Bauberatung Zement, an der sich die interessierten HochschullehrerInnen der regionalen Hochschulen beteiligen, die auf den Feldern der Baustoffkunde oder des Massivbaus tätig sind.
Darüber hinaus ist der Fachbereich in der vom Deutschen Stahlbau-Verband (DStV Sektion Ost) regelmäßig einberufenen Hochschullehrerrunde vertreten. Durch ständige Mitarbeit eines Mitgliedes des Fachbereichs im Montageausschuss wird für diesen Sektor die Praxisnähe in der Lehre garantiert.

Ingenieurbüros und (Bau-)Firmen

Hier sind einerseits die vielfältigen Anknüpfungspunkte zu nennen, die sich aus den Drittmittelaktivitäten der Labore ergeben, andererseits die Beratungsleistungen einzelner HochschullehrerInnen in Rahmen konkreter Projektbearbeitungen. Das Interesse und der Bedarf an Technologietransfer ist insbesondere auch bei kleineren Firmen der Region gegeben. Ferner gibt es beispielsweise im Stahlbau eine Kooperation mit einem namhaften Softwarehersteller, der Programme im Bereich des Verbundbaus, welche u.a. im Rahmen von studentischen Arbeiten an der FHP entwickelt worden sind, kommerziell vertreibt.
In umfangreichem Maße wird der Kontakt zur nationalen und europäischen Schwerlastindustrie (Hersteller, Betreiber und Nutzer) gepflegt. So hat sich der Fachbereich Bauingenieurwesen einen hervorragenden Ruf in der wichtigsten Dienstleistungsbranche für den anspruchsvollen Ingenieurbau (Brücken, Industrieanlagen, Sonderbauwerke) erworben. Dazu trug insbesondere die vom Fachbereich zweijährig organisierte und veranstaltete "Internationale Schwerlasttagung" bei, die in diesem Herbst zum vierten Mal in Potsdam stattfinden wird.

Behörden und öffentliche Institutionen

Seit langem bestehen gute Kooperationen zum Landesmaterialprüfamt Brandenburg sowie zur Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM). Ersteres soll in naher Zukunft aus der Zuordnung zum Wirtschaftsministerium herausgelöst werden und es besteht die Hoffnung, dass die Aufgaben, Personen und Geräte zumindest teilweise neu den Fachhochschulen in Potsdam, Eberswalde und Wildau zugeordnet werden. Die BAM hat seit der Wende die Aufgaben im baurechtlichen Bereich aufgeben müssen, da diese inzwischen Angelegenheiten der Bundesländer selbst sind. Diesbezügliche Anfragen werden teilweise direkt an uns weitergegeben oder in Kooperation bearbeitet.
Wegen der ungünstigen Unfallbilanz im Land Brandenburg ist zwischen dem Ministerium für Stadtentwicklung, Wohnen und Verkehr sowie dem Fachgebiet Verkehrswesen eine Kooperation im Zusammenhang mit der Einführung des Sicherheitsaudits für Straßen im Land Brandenburg und mit der Qualifizierung von Mitgliedern der Verkehrsunfallkommissionen entstanden. Daneben wurden mehrere Weiterbildungsmaßnahmen für MitarbeiterInnen der Brandenburgischen Straßenbauverwaltung auf dem Gebiet der Lichtsignalsteuerung durchgeführt.
Im Rahmen einer Kooperation mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung in Berlin wird ein digitales Archivierungssystem zur Baudokumentation getestet und weiterentwickelt, welches Grundlage für eine DV-gestützte Archivierung von Dokumenten bedeutsamer Bauwerke aus der Region werden soll.
Dank solcher Aktivitäten, aufgrund von Forschungsaktivitäten oder von herausragenden berufspraktischen Erfahrungen sind einzelne ProfessorInnen in Sachverständigenausschüsse z. B. des Deutschen Instituts für Bautechnik, des DIN, der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen, des Ingenieurtechnischen Verbands Altlasten e.V. berufen worden.
Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Architektur + Städtebau und anderen Fachbereichen der FH Potsdam Das Gründungskonzept sah eine getrennte Organisation der Fachbereiche, inhaltlich jedoch eine engere Zusammenarbeit der beiden Studiengänge vor, ohne dass dies weiter ausdifferenziert war. Mehrere Berufungsverfahren (Baustoffe, Bauphysik, beide Stellen Bauaufnahme bzw. Bauaufnahme und Vermessung, Baubetrieb und Baumanagement, Konstruktionsgeschichte, Tragwerkslehre) wurden für beide Studiengänge gemeinsam durchgeführt, wobei heute nicht alle Kollegen und Kolleginnen auch tatsächlich in beiden Studiengängen tätig sind.
Bis zum Bezug der Häuser 1 für Bauingenieurwesen und 2 für Architektur im Jahre 1995 arbeiteten die Studierenden in gemeinsamen Studios und auch die Studien- einführungsveranstaltung "Wahrnehmung und Bauaufnahme" wurde gemeinsam durchgeführt, was zu intensiveren Kontakte der Studierenden häufig über das ganze Studium führte.
Mit zunehmendem Aufbau und fachlicher Ausdifferenzierung der Studienangebote wuchs beim Fachbereich Architektur das Bedürfnis, die Studieneinführungsveranstaltung "Wahrnehmung und Bauaufnahme" bereits für konkrete fachliche Studieninhalte zu nutzen. Seitdem gibt es nur noch die gemeinsamen Lehrveranstaltungen Baustoffe (Prof. Landwehrs, Bauingenieurwesen), Konstruktionsgeschichte (Prof. Dr. Kahlow, Bauingenieurwesen), Bauphysik (Prof. Rahn, Architektur). Daneben wird die Tragwerkslehre für Architekten durch Prof. Ast aus dem Fachbereich Bauingenieurwesen abgedeckt.
Der Fachbereich Architektur hat sich in den letzten Jahren z.B. durch die künstlerisch geprägte Aufnahmeprüfung und die deutliche Orientierung auf Entwurf ein sehr klares Profil gegeben. Diese Orientierung widerspricht jedoch eher der Gründungsleitidee und die gemeinsamen Berührungsflächen der beiden Fachbereiche sind dadurch zwangsläufig kleiner geworden.
Der Studiengang Restaurierung wurde gemeinsam durch die beiden Fachbereiche gegründet; personelle Verknüpfung besteht derzeit nur durch die Professur für Konstruktionsgeschichte. Bei experimentellen Arbeiten werden regelmäßig Restaurierungsstudenten vom Baustofflabor unterstützt.
Innerhalb des Fachbereichs Bauingenieurwesen besteht weiterhin der grundsätzliche Wunsch nach einer engeren Zusammenarbeit der beiden Studiengänge; der geplante Masterstudiengang "Bauen im Bestand" bietet hierzu sicherlich gute Anknüpfungspunkte. Die Zusammenarbeit mit anderen Fachbereichen beschränkte sich in der Vergangenheit auf projektbezogene Kooperationen. Als besondere Aktivitäten können beispielsweise die Tagungen "Brücken in der Stadt" und "Vom Schönen und Nützlichen" genannt werden, die mit den Fachbereichen Architektur und Design gestaltet und durchgeführt wurden, das Projekt "Strohballenbau", in das Studierende der Fachbereiche Bauingenieurwesen, Architektur und Design eingebunden waren, das Projekt "Neue Medien im Konstruktiven Ingenieurbau", in dem dem Fachbereich Design für die internetmäßige Umsetzung obliegt, sowie eine Vortragsreihe für Studierende und in der Praxis tätigen Ingenieuren, in der Projekte sowohl aus Sicht des beauftragten Architekten wie des Tragwerksplaners vorgestellt wurden. Ferner findet ein regelmäßiger Austausch zwischen den zwei HSPN-e-learning-/neue-Medien- Projekten statt (Bauingenieurwesen, Design, Sozialwesen, Informationswissenschaften). Hieraus soll in den nächsten zwei Jahren ein hochschulinternes Medienzentrum entwickelt werden.
Konkret geplant sind Kooperationen mit dem Fachbereich Informationswissenschaften im Bereich der Archivierung und Baudokumentation gerade auch für historische Bauwerke.

Zusammenarbeit mit den anderen Fachbereichen Bauingenieurwesen der Region

Zu den benachbarten Fachbereichen Bauingenieurwesen an Fachhochschulen (TFH Berlin, FHTW Berlin, FH Lausitz mit Standort Cottbus) sowie zur TU Berlin bzw. BTU Cottbus bestehen gute und z.T. sehr intensive fachliche Kontakte.
Eine Abstimmung über eine fachliche Profilierung bzw. fachliche Abstimmung gibt es bisher nicht; die Wahl des Studienortes wird von den Studierwilligen überwiegend unter regionalen bzw. geografischen Gesichtspunkten getroffen. Das historisch gewachsene Ausbildungsangebot der Fachhochschulen gliedert sich wie folgt:

Der Rückgang der Studentenzahlen als Folge der schlechten Baukonjunktur wird zu Anpassungen auf der Angebotsseite führen. Das MWFK erarbeitet zur Zeit erste Vorstellungen, um durch gezielte Schwerpunktsetzung auf der Basis der Entwicklungskonzepte der Hochschulen das Angebot im Land in der Breite zu erhalten oder sogar auszubauen, die Kapazitäten der einzelnen Bau-Fachbereiche in Abhängigkeit von Profil und Nachfrage aber mehr oder weniger stark möglicherweise zu verringern.