Hachschara in Brandenburg - die Vorbereitung junger Juden auf die Auswanderung aus Deutschland

Eckdaten über Gut Winkel


Das Gut Winkel war bis in das Jahr 1928 in Privatbesitz von Simon Schocken, der der Einrichtung auch als Leiter vorstand. Das Gut hatte den Status einer Lehr- und Förderstätte für jüdische Landarbeit. In dem villenartigen Herrenhaus, den Ställen und Scheunen sowie einem langgestreckten Gebäude, in dem die Praktikanten untergebracht waren, fanden die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen für jüdische Landwirte; Gärtner und Palästinaaussiedler statt. Im Jahre 1929 wurde ein Kuratorium, in dem die Herren Bileski, Feuerring, Kanowitz, Koker, Moses und Rosenfeld mitwirkten, zum Träger der Einrichtung, die bis 1933 von Herrn Moch geleitet wurde. 1931 wurde Gut Winkel ein Lehrgutbetrieb für die Ausbildung von CHALUZIM. In dieser Zeit gab es auf dem Gut zehn CHALUZIM, einen Hauswirtschaftslehrling und sechs Praktikanten. Neben Land- wirtschaft wurde nun auch Hauswirtschaft unterrichtet. Ein Jahr später waren auf Gut Winkel schon acht Praktikanten und drei Praktikantinnen beschäftigt. Die landwirtschaftliche Ausbildung wurde um Viehwirtschaft (Geflügel und Rinder), Milchwirtschaft (Nur für die Mädchen) sowie um Acker-, Obst- und Gartenbau erweitert. Die Jugendlichen konnten neben landwirtschaftlichem und gärtne- rischem Unterricht in staatlich anerkannten Lehrvorträgen Hebräisch lernen. Auf dem 300 Morgen großen Hof befand sich eine Gärtnerei, die 80 Morgen umfaßte. Im Jahr 1933 kam eine Konservenfabrik hinzu. Der Unterricht erweiterte sich auf die Fächer Haushaltsbetriebslehre und Nahrungsmittellehre. Ab 1933 wurde das Gut vom Diplomlandwirt Martin Gerson geleitet, und die Einrichtung etablierte sich zu einer Tagungsstätte. Die Anzahl der Jugendlichen stieg weiter, es gab nun 26 Praktikanten und insgesamt wurden 40 Mädchen ausgebildet. Das primäre Ziel der kollektiven bzw. kibbuzähnlichen Arbeit war die Ausbildung der Jugendlichen für die Emigration nach Palästina und in andere Länder. Im Jahr 1934 wurde Gut Winkel - Spreenhagen in der Mark eine anerkannte Hascharahstätte.

Eingangsseite Karte Fürstenwalde Gut Winkel