Hachschara in Brandenburg - die Vorbereitung junger Juden auf die Auswanderung aus Deutschland

Die Einrichtung Landwerk Neuendorf

Im weiteren Verlauf finden Sie Eckdaten der Einrichtungen, überwiegend Fotos aus der heutigen Zeit, vorwiegend Zeitungsberichte aus den 1930er Jahren und Personenbiographien über Protagonisten der Hachschara-Bewegung.


Eckdaten über Neuendorf

Das Landwerk Neuendorf wurde am 15. Juni 1932 gegründet. Träger der Einrichtung war der Verein Jüdische Arbeitshilfe e.V.. Geleitet wurde das Landwerk von einem Verwaltungsausschuß mit den Mitgliedern Adler-Rudel, Alfred Berger, Dr. Max Kreutzberger, Dr. Lilienthal, Wilhelm Marcus und Bruno Woyda. Zu dieser Zeit waren 30 bis 40 Personen, die als wandernde Arbeitslose galten, in der jüdischen Arbeitskolonie tätig. Diese gemeinnützige Einrichtung der jüdischen Sozialarbeit in Deutschland wollte auf produktiver und sozialpädagogischer Basis der jüdischen Erwerbslosigkeit entgegenwirken. Auf dem 150 Morgen großen Gut, darunter fielen 300 Morgen Wald, wurde Landwirtschaft, Gärtnereiwesen und später auch Viehwirtschaft betrieben. Zusätzlich gab es eine Tischlerei, eine Schlosserei und eine Schuhmacherei. Ab Januar 1933 wurde Neuendorf durch Herrn und Frau Moch geleitet. In dieser Zeit waren ca. 60 Personen, von denen über die Hälfte Angehörige der FAD waren, auf dem Gut, mit einem geräumigen Herrenhaus und einigen Nebengebäuden, beschäftigt. In den Jahren 1936/37 gab es auf dem Gut 100 bis 150 Praktikanten. Ziel war eine Berufsumschichtung und die landwirtschaftliche Ausbildung für Palästina. Als zusätzliche Unterrichtsfächer wurden Hauswirtschaft, Hausarbeit, Feldarbeit und Milchwirtschaft eingeführt. Sozialpädagogisch vorgeschulte Kräfte sorgten für soziale und jüdische Atmosphäre. Es fanden landwirt schaftliche Fachkurse, Hebräisch-Kurse sowie Fortbildungskurse in jüdischer Geschichte statt. In erster Linie war es das Ziel Langzeitarbeitslosen eine Beschäftigung zu bieten bzw. für eine Umschulung von Arbeitslosen in handwerkliche Berufe zu sorgen. 1937 wurde das Landwerk Neuendorf eine anerkannte Hascharahstätte. Nach 1941 wirkte in Neuendorf Martin Gerson (Aufsicht über alle Hachschara-Stätten).
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