Mietergarten Projekt in Mohnheim am Rhein (NRW)
Good Practice


Die Grüne Lunge wächst - Kiezvisionen im Berliner Viertel

Ich habe dieses Mietergartenprojekt besucht, um eine fotografische Kurzdokumentation und Diaserie für das Projektarchiv zu erstellen. Bei meinem Besuch in Monheimer Quartier "Berliner Viertel" habe festgestellt, daß das Mietergartenprojekt eine sehr vorteilhafte und nachbarschaftlich wirkungsvolle Aktivität und Maßnahme ist, die unbedingt als "gutes Beispiel" für eine soziale Integration im Stadtteil steht und die unbedingt präsentiert werden sollte.
Die städtebaulichen, und imagefördernden Effekte dieses Projektes waren bei meiner Exkursion im Berliner Viertel meßbar und offentsichtlich. Die Offenheit und Gastfreudschaftlichkeit der Bewohner, die einen Garten pflegen und bearbeiten hat mich anfang positiv überrascht. Obwohl sich der Stadtteil immernoch in der Umbruchphase befindet und der Prozeß der Erneuerung und Aufwertung noch nicht abgeschlossen ist würde ich heute sagen das das Projekt eine gesunde Erfolgsgeschichte für alle Beteiligten im Quartier ist. Der zweite Teil des integrierten Stadtteilerneuerungskonzeptes, welches zur Zeit in Monheim konkret umgesetzt wird, macht neugierig und wird auf jeden Fall von mir weiter beobachtet und begleitet.
Es war zu erfahren das in einer ausführlichen Untersuchung (geführte Interviews mit Bewohnern und Bewohnerinnen des Berliner Viertels) des Projektes der Nutzen für die Bewohner mit einem verbessereter Zusammenhalt untereinander sowie einer Steigerung der sozialen Kontakte in der Bewohnerschaft nachgewiesen werden konnte. Das Projekt hat im Quartier eine Basis hergestellt, die gleichzeitig die Bewohnerverantwortlichkeit und das Interesse gefördert hat, Aufgaben selbstständig in der Nachbarschaft für das Quartier Berliner Viertel zu lösen.

Zwischen 1997 und 2000 wurden in insgesamt sechs Bauabschnitten rund 160 Mietergärten auf den bis dahin weitestgehend ungenutzten öffentlichen Abstandsflächen im Berliner Viertel in Mohnheim am Rhein (NRW) angelegt. Die Nutz- und Ziergärten für die Bewohnerschaft sind ein fester Bestandteil des Viertels geworden und haben sich als sinnvolle Handlung und Entscheidung herausgestellt einer Großwohnsiedlung aus den 70 er Jahren, die sich im sozialen Abstieg befand, gezielt eine Idee der Erneuerung entgegenzusetzen.
Ich wollte dieses Projekt auch deshalb darstellen, weil ich es für einen gelungenen Lösungsansatz halte, der dringend in benachteiligten Quartieren umgesetzt werden sollte, weil er die Lebensqualität und Nachbarschaft real verbessern kann. Im Hinblick auf inovative Nachbarschaftsprojekte in den USA z.B. knüpft dieses Projekt teilweise an die Tradition der Community Gardens Organisation in New York City und die Green Guerillas Bürgerbewegung an, die schon seid über 30 Jahren die Mietergartenbewegung u.a. in den USA gebildet hat.
Als Strategie der Stadtteilerneuerung in Europa finde ich die Idee der Mietergärten nachahmenswert und unbedingt erkenntnisreich für die Sozialarbeit in benachteiligten Stadtquartieren.


Siegmund Radtke

 

Zusammenfasung des Projektes im Orginalendbericht auf der Seite 2 des Mietergartenprojektes - click hier -

 


Bilderimpressionen aus dem Berliner Viertel / Fotos vom Mietergartenprojekt
   
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